Portraits


		
						
	
		

					
			
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Seit dem Jahr 2008 konnte die Privatbrauerei Schönram insgesamt 19 Medaillen beim European Beer Star gewinnen. Auch 2018 gab es wieder Gold für das "Surtaler Schankbier". Was ist das Geheimnis der oberbayerischen Brauerei?

Im Jahre 1780 erwarb der Landwirt Franz Jacob Köllerer das Anwesen der Privaten Landbrauerei Schönram. Seit 1994 führen Alfred und Helga Oberlindober das Unternehmen in der achten Generation nach der Prämisse: „Traditionelle Grundwerte bewahren, ohne die technischen Fortschritte zu vernachlässigen.“ Aus den starken Wurzeln der Vergangenheit entspringt so eine moderne Brauerei mit hohem Qualitätsbewusstsein. Wie in der Vergangenheit, so ist auch heute die Brauerei der Mittelpunkt des idyllischen Ortes Schönram. Der Besucher spürt, dass hier bayerische Tradition gepflegt und erhalten wird. Wie eng die Geschichte des Ortes mit der Brauerei verbunden ist, sieht man anhand der Kirche, die in den Jahren 1852 und 1853 eigens für die Mitarbeiter der Brauerei errichtet wurde. Das Bräustüberl wurde als Posthaltestelle mit Taverne bereits vor 506 Jahren urkundlich erwähnt, die Brauerei erstmals im Jahre 1643.

 

Regionalität hat oberste Priorität

Laut Alfred Oberlindober stehen Qualität und Regionalität an oberster Stelle der Unternehmensphilosophie. Die Rohstoffe Hopfen und Malz werden vom bayrisch-amerikanischen Braumeister Eric Toft persönlich ausgesucht, der seit knapp zwanzig Jahren in Schönram wirkt und, wie in einer Firmenbroschüre zu lesen, „aus dem Betrieb nicht mehr wegzudenken ist. Er verkörpert sowohl die Seele des Schönramer Bieres als auch die Offenheit des Unternehmens, über den bayrischen Tellerrand hinauszublicken.“ Toft kümmert sich um jedes Detail bei den Rohstoffen und im Brauprozess. Nicht von ungefähr nennt man ihn „einen wahren Hopfenflüsterer“. Im Bereich Hopfen geht es ihm in erster Linie um die Sorten Tradition, Hersbrucker, Select, Saphir, Tettnanger, Hallertauer Mittelfrüh sowie neuerdings um die alte Landsorte Rottenburger Spät, angebaut im Tettnanger Gebiet. Für die Schönramer Spezialbiere werden die neue Sorten Aromahopfen eingesetzt, insbesondere Mandarina Bavaria, Hallertau Blanc, Callista und Ariana. Die Liebe zum Hopfen kam bei Toft nach eigenen Angaben schon an seiner ersten Arbeitsstelle nach dem Studium in Weihenstephan in Belgien. Spielt er auf dem „Hopfenklavier“, dann kommen pro Sud vier Hauptsorten aus drei Jahrgängen zum Einsatz, um den gewünschten Geschmack und dessen Konstanz zu garantieren.

Eric Toft bei seiner Lieblingsbeschäftigung, der Hopfenbonitierung (Foto: Private Landbrauerei Schönram)

Aber auch die Malze werden jedes Jahr wieder mit Maischversuchen genauestens untersucht und auf ihr Verhalten im Brauprozess getestet. Toft legt Wert auf hochvergorene, schlanke, „trockene“ Biere mit heller Farbe, in denen der Hopfen voll zur Geltung kommt.

Alle Biere, bis auf die Ale-Varianten, werden im Ein-Maischverfahren eingebraut. Die Ausschlagmenge im Drei-Geräte-Sudhaus liegt bei 93 hl.

Zur traditionellen Brauweise gehört die offene Gärung – eine Augenweide für jeden klassischen Bierbrauer. Ein neuer Gärkeller mit acht offenen Gefäßen à 450 hl wurde 2018 in Betrieb genommen, um die steigende Nachfrage befriedigen zu können. Bei den Spezialbieren kann es hin und wieder zu Lieferengpässen kommen. Hochmodern ist die Flaschenabfüllung mit 24 000 Flaschen/h sowie das Leer- und Vollgutlager.

Offene Gärung in Schönram (Foto: Private Landbrauerei Schönram)

 

Qualität bringt Erfolg

Heute hat die Brauerei einen Ausstoß von ca. 90 000 hl Bier und  8000 hl alkoholfreie Getränke, verglichen mit 17 000 hl im Jahre 1994. Für dieses Jahr erwartet Diplom-Braumeister Eric Toft das „Ankratzen“ an der 100 000-hl-Grenze. Beschäftigt sind in der Brauerei insgesamt 50 Mitarbeiter, inklusive Fuhrpark und Heimdienst. 90 Prozent des Ausstoßes werden im Umkreis von 50 km abgesetzt, inklusive des nahen Salzburger Landes. Nach Österreich ist Italien der zweitgrößte Exportmarkt. Gebraut werden sechs ganzjährige Biersorten (Hell, Pils, Gold, Schankbier, Dunkel, Weißbier), drei bierige Spezialitäten (Bayrisch Pale Ale, Imperial Stout, India Pale Ale), vier saisonale Biere (Grünhopfen Pils mit rd. 45 IBU, Saphir Bock, Weihnachtsfestbier und Weißbier Bock) sowie zwei Biermischgetränke. Das Helle hat einen Ausstoßanteil von rund 70 Prozent. Die anderen Biersorten teilen sich in etwa die restlichen 30 Prozent zu gleichen Teilen. Alle Biere sind gleichmäßig am Wachstum beteiligt.

Alfred Oberlindober (li.) und Eric Toft im Lagerkeller (Foto: Private Landbrauerei Schönram)

 

Die prämierten Biere aus Schönram

Seit 2008 hat die Private Landbrauerei Schönram beim European Beer Star insgesamt zehn Goldmedaillen, drei Silbermedaillen und sechs Bronzemedaillen gewonnen. Beim World Beer Cup, der alle zwei Jahre in den USA durchgeführt wird, konnten seit 2004 drei Goldmedaillen, eine Silber- und eine Bronzemedaille errungen werden.

In der Kategorie German Style Leichtbier konnte das Surtaler Schankbier beim European Beer Star bereits vier Goldmedaillen und je zwei Silber- und Bronzemedaillen holen. Damit ist es das erfolgreichste Schönramer Bier bei diesem Wettbewerb.

 

Medaillenspiegel im Marketing

 Die Schönramer Brauerei setzt vollständig auf die Qualität ihrer Produkte, was sich nicht zuletzt in der großen Anzahl der Medaillen niederschlägt, die in den vergangenen Jahren errungen werden konnten. Nicht ohne Stolz setzt die Brauerei die Medaillen in allen Bereichen des Marketings ein. Für Alfred Oberlindober haben diese Auszeichnungen zum Erfolg der Schönramer Biere im In- und Ausland einen wesentlichen Beitrag geleistet.

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