Know-How


		
						
	
		

					
			

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Die Situation kennt doch jeder: Da hat man eine Frage – und stellt sie dann doch nicht aus Angst, dass man der einzige auf dieser weiten Erde ist, der genau das nicht weiß. Dabei stellt sich fast immer heraus, dass die Frage überhaupt nicht dumm war. Wenn sich einer – erst recht in größerer Runde – traut, nachzufragen, wird er meistens von seinen Nachbarn dankbar angeschaut …

Solche Situationen gibt es im Unterricht immer wieder, wissen die Lehrer bei Doemens in Gräfelfing. Sie haben sich einmal hingesetzt und solche Fragen für GradPlato beantwortet. Wir werden also ab jetzt in loser Reihenfolge solche Fragen aufgreifen.

Heute geht's los, und all diejenigen, die sich schon seit längerem ein Mikroskop anschaffen wollen (soll ja recht nützlich sein in der Brauerei), haben gleich bei der ersten Ausgabe Glück. „Worauf muss ich bei der Neuanschaffung eines Mikroskops eigentlich besonders achten?“, war eine Frage, die Dr. Andreas Brandl von seinen Schülern bei Doemens wohl häufiger gehört hat. Hier kommt seine Antwort auf die Frage:

 

Welche Aspekte sind bei der Neuanschaffung eines Mikroskops zu beachten?

Ein qualitativ hochwertiges Mikroskop ist eine der wichtigsten Anforderungen an ein gut ausgestattetes mikrobiologisches Labor. Allerdings ist die Angebotspalette an Mikroskopen auf dem Markt riesig und die Anforderungen der Brauer sind im Gegensatz dazu eher speziell. Welche Eckpunkte sollten also bei der Konfiguration eines Mikroskops beachtet werden?

Hier wären als erstes die Beleuchtungsarten zu nennen: Das Mikroskop sollte über Blenden für Hellfeld, Dunkelfeld und Phasenkontrast verfügen. Am zweckmäßigsten sollten diese Darstellungsarten über einen Kondensor mit Blendenrevolver realisierbar sein, sodass die jeweiligen Blenden jederzeit gewechselt werden können, ohne dass hierbei Blenden entfernt werden müssen. Speziell die Dunkelfeldmikroskopie ist eine sehr wichtige Darstellungsform, die am besten geeignet ist, um getränkerelevante Keime zu identifizieren.

Um eine ausreichende Vergrößerung zu erreichen, sollten die Mikroskope mit Objektiven der nachfolgenden Vergrößerung ausgestattet sein: 10-fach, 40-fach und – falls es technisch realisierbar ist – 63-fach. Objektive mit einer mehr als 40-fachen Vergrößerung zur Anwendung ohne Ölimmersion im Dunkelfeld sind allerdings kein Standard und je nach Hersteller nicht bzw. nicht mehr im Angebot oder mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Ein guter Kompromiss wäre hier ein hochwertiges 40-er Objektiv in Kombination mit einem Okular, welches eine 15- oder 16-fache Vergrößerung liefert.

Die Kombination (16-er Okular und 40-er Objektiv) liefert eine 640-fache Gesamtvergrößerung mit einem qualitativ hochwertigen Bild und gutem Kontrast und dürfte für die Routineanwendung in den allermeisten Fällen ausreichen. Prinzipiell zu berücksichtigen ist die numerische Apertur des Objektivs. Die Kennzahl ist auf dem Objektiv rechts neben der Vergrößerung vermerkt, und es gilt folgende Regel: Gesamtvergrößerung < Numerische Apertur*1000.

Ein wichtiger Zusatz bei den Objektiven ist zudem der Vermerk „Plan“ auf dem Objektiv, was nicht automatisch bedeutet, dass die auswertende Person einen Plan hat, sondern dass das Gesichtsfeld geebnet ist und die betrachteten Objekte sowohl im Zentrum als auch am Rand des Gesichtsfeldes scharf erscheinen.

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