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Ein Wiener Lager ist in vielerlei Hinsicht mit einem Märzen bzw. Oktoberfestbier verwandt. Zum ersten Mal wurde es 1841 in der Dreher Brauerei in Neuschwechat in der Nähe von Wien gebraut. Das hier vorgestellte Rezept stammt aus dem Buch Die Biersorten der BRAUWELT von Horst Dornbusch, das bei uns im Fachverlag Hans Carl erschienen ist.

Die Überlieferung besagt, dass Anton Dreher eine neue Technologie für das Darren von hellem Malz aus England mitbrachte. Helles Bier war in der damaligen Zeit etwas Besonderes, da Malz gewöhnlich über offenem Feuer gedarrt wurde und deshalb die Biere meistens dunkel mit mehr oder weniger ausgeprägten Raucharomen waren. Mit seinem „hellen“ untergärigen Wiener Lager landete Dreher einen Volltreffer. Heute fällt das Wiener Lager dagegen eher durch seine im Vergleich zu den modernen, hellen Bieren kräftige rötliche Farbe und leichte Röstaromen auf.

 

Ein Krug Wiener Lager
Wiener Lager
(Quelle: Zwentibold, Weana Loga1, Ausschnitt von GradPlato, CC BY-SA 4.0)

 

In seiner Heimat war das Wiener Lager seit dem 1. Weltkrieg kaum mehr zu finden. Andere helle, untergärige Biersorten liefen ihm den Rang ab. Erst seit 2010 haben es sowohl größere als auch kleinere Craft Brauereien in Österreich wieder im Sortiment.

Interessanterweise ist das Bier aber in Mexiko sehr beliebt. Als Napoleon III. 1861 den Habsburger Erzherzog Maximilian in Mexiko als Kaiser einsetzte, folgten diesem etliche Österreicher, unter anderem auch Bierbrauer. Die drei Jahre, die sich Maximilian in Mexiko an der Herrschaft halten konnte, reichten aus, dass sich die Biersorte dort etablieren konnte. Ein Wiener Lager der Großbrauerei Grupo Modelo mit der Markenbezeichnung Negra Modelo ist bis heute in Mexiko extrem populär.

 

Anton Dreher, Lithographie von Joseph Kniehuber aus dem Jahr 1863
Der Überlieferung nach braute Anton Dreher im Jahr 1841 das erste Wiener Lagerbier

 

Ein Wiener Lager hat einen mittleren Körper, einen malzbetonten Geschmack und einen angenehmen, leicht süßlichen Abgang. Die Hopfung dieses Bieres lässt – genau wie beim Märzen-Oktoberfestbier – viel Spielraum für die Entfaltung der Malzaromen. Der Alkoholgehalt hält sich normalerweise um die fünf Prozent, im Gegensatz zum Märzen- bzw. Oktoberfestbier, welches oft einen Alkoholgehalt von fast sechs Prozent hat. Von der Farbe her geht ein Wiener Lager ein wenig mehr ins rötlich-kupferfarbene als ein typisches, eher gold-bernstein-farbenes Märzen-Oktoberfestbier.

 

Das sagt das Rezept

Stammwürze: 12,5 Prozent
Restextrakt: 3,25 Prozent
Bittereinheiten: 25 BE
Farbe: 33,5 EBC
Alkohol: 4,9 Volumenprozent

 

Zutaten (gerundet) bei einer Sudhausausbeute von rund 65 Prozent für 20 Liter:

Malz Prozent kg
Wiener Malz 50 2,02
Münchner Malz 40 1,60
CaraMünch® I 5 0,21
Melanoidin 5 0,21
Gesamtschüttung 100 4,04

 

Hopfen Prozent Alpha g
Bitter: Mittelfrüh 4,2 30
Aroma: Mittelfrüh 4,2 20

 

Hefe Bayerische untergärige Hefe

 

Infusion oder Dekoktion. Bei etwa 50 °C einmaischen. 30 min Rast. Temperatur auf 66 °C hochfahren. 20 Min Rast. Temperatur auf 72 °C hochfahren. 20 min Rast. Temperatur zum Abläutern auf 77 °C hochfahren. Im Kreislauf pumpen, bis die Würze blank läuft. Kochzeit 90 min. Bitterhopfen nach 15 min. Aromahopfen nach 75 min. Whirlpool. 2 Wochen bei etwa 10 °C Hauptgärung. Schlauchen. 2 Wochen um den Gefrierpunkt lagern. Schlauchen, CO2 auf etwa 5 g/l justieren. Abfüllen.

 

Das sagst du!

Du hast ein Wiener Lager gebraut und bist stolz auf das Ergebnis? Am Ende hast du dazu sogar unseren Rezeptvorschlag benutzt oder diesen abgewandelt? Lass uns daran teilhaben! Schick uns ein Bild und eine kurze Rezeptbeschreibung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Betreff „Bierrezept“. Deine Idee könnte dann gleich neben unserem Rezeptvorschlag stehen. Wir sind gespannt!