How-To


		
						
	
		

					
			

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Neben dem allgegenwärtigen IPA ist es wohl eines der Signature-Biere der Craft Bier-Bewegung: das Pale Ale. Jetzt schon ein Klassiker unter den obergärigen Sorten der amerikanischen Craft Bier-Bewegung und gleichzeitig einer der „normalsten“ Vertreter unter den Craft Bieren.

Vergleichsweise mild bei Alkoholgehalt und Bittere, bedeutet das aber in keinem Fall, dass ein gutes Pale Ale einfach herzustellen wäre. Und: Das Pale dient wunderbar als Grundlage für weitere Brauexperimente. Die Rezeptur lässt sich beinahe nach Belieben erweitern, etwa um gewürzte Biere oder Fruchtbiere herzustellen.

Wir geben euch ein Rezept aus der Sammlung von Horst Dornbusch an die Hand und lassen Biersommelier Karl Schiffner zu Wort kommen. 

 

Das sagt das Rezept:

Stammwürze: 11,5 Prozent

Restextrakt: 2,5 Prozent

Bittereinheiten: 34 BE

Farbe: 17 EBC

Alkohol: 4,8 Vol.-%

 

Zutaten (gerundet) bei einer nominalen Extraktausbeute von 80 Prozent und 20 Liter Ausschlagwürze

Malz Prozent kg
Pale Ale Malz 70 2,07
Münchner Malz I 10 0,3
Diastasemalz 10 0,3
Caraamber 10 0,3
Gesamt 100 3,01
 
 
Hopfen Prozent Alphasäure
Galena (Bittere) 12,5 17
Willamette (Aroma) 5 19
 

 Das sagt der Sommelier 

Die Auswahl der Rohstoffe richtet sich dabei nach den folgenden, von Biersommelier Karl Schiffner beschriebenen Eigenschaften eines Pale Ales:

„Das Bier besitzt eine goldgelbe bis kupferne Farbe. Hopfenbittere, -geschmack und -geruch sind mittel bis hoch, betont fruchtig, zitrusartig bzw. exotisch und harzig, abhängig von der verwendeten amerikanischen Hopfensorte. Die Ausprägung von Malzgeschmack und -geruch ist gering bis mittel, ein geringer Karamellcharakter ist zulässig. Die Esternoten fallen gering bis stark fruchtig aus, bei niedriger Serviertemperatur kommt es zu Kältetrübung. Diacetyl sollte kaum vorkommen.“

Die Hopfennote ist eines der wesentlichen, charakteristischen Merkmale des Pale Ales. Bei der Wahl der Aromahopfensorten könnt ihr also in die Vollen gehen. Für ein klassisches Pale Ale solltet ihr zitrusartige Sorten bevorzugen. Die Wahl der Malzschüttung rückt dagegen etwas in den Hintergrund, ohne an Bedeutung für den Gesamtcharakter des Bieres zu verlieren. Klappt alles, steht am Ende vielleicht ein Bier, wie es unser Biersommelier so beschreibt:

„Eine nicht enden wollende Hopfenaromatik verzaubert den Genießer schon beim Einschenken in das wohlgeformte, dünnwandige Glas aus dessen Kamin die Nase geflutet wird. Es drängen sich neben leichten Zitrusnoten angenehme kräuterartige Töne auf, die ein bisschen an grünen Tee erinnern. Im Glas schimmert ein strahlend goldgelbes Gebräu, das allerdings nur bei verschnupfter Nase an ein Helles Lager erinnern würde. Auch wenn allein der Duft des American Pale Ales schon große Freude bereitet, kann man es kaum erwarten, das dünnwandige Glas an seine Lippen zu führen. Eine erfrischend, spritzige Flüssigkeit verwirbelt sich an der Zungenspitze, gleitet über den Zungenboden und schmiegt sich sanft an den Gaumen. Die schon im Duft angekündigten Aromen werden im Mundraum bestätigt. Die Verwendung ausschließlich heller Pale Ale Malze und ein hoher Vergärungsgrad lassen das Bier sehr trocken erscheinen. Im Abgang wird der Trunk durch eine kompromisslose Bittere bestätigt. Da wurde nicht nur ausreichend hopfengestopft, sondern auch ausreichend Hopfen gekocht. Das ist definitiv ein American Pale Ale, ein Bier für „Hop Heads“, das schier den ganzen Tag getrunken werden könnte. Nicht nur im Solo, sondern auch in der Kombination mit leichten Sommergerichten, wie beispielsweise einem Ziegenkäsesalat, macht dieses Bier eine atemberaubende Figur.“

 

Das sagst du!

Du hast auch ein Pale Ale gebraut und bist stolz auf das Ergebnis? Am Ende hast du dazu sogar unseren Rezeptvorschlag benutzt? Lass uns daran teilhaben! Schick uns ein Bild und eine kurze Rezeptbeschreibung (am besten in tabellarischer Form wie oben schon angegeben) an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Betreff „Bierrezept“. Deine Idee könnte dann gleich neben unserem Rezeptvorschlag stehen, samt deinem Namen und dem Namen deiner Kreation!

 

Dieser Beitrag basiert auf Inhalten aus Horst Dornbuschs „Die Biersorten der BRAUWELT“ und Karl Schiffners Serie „Genuss-Porträt Bier“ in der BRAUWELT.

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