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Das erste Märzenbier wurde 1841 von der Spaten Brauerei in München entwickelt. Das war das gleiche Jahr, in dem die Dreher Brauerei in Neuschwechat in der Nähe von Wien ihr Wiener Lager freigab. Anton Dreher hatte nämlich erkannt, dass für sein Untergäriges vor allem eines entscheidend war: die richtige Kühlung. Dreher legte deshalb riesige Keller an und lagerte Eis ein. Die Dreher Brauerei installierte übrigens 1876 den ersten Kompressor der zweiten Generation Carl Lindes (mit Ammoniak als Kühlmittel).

 

Malzbetont mit ausgewogenem Hopfenaroma

In der Zeit vor Erfindung der Kältemaschine wurde das Bier Ende März kurz vor dem Temperaturanstieg Anfang Sommer gebraut und dann bis zum Verbrauch in den heißen Sommermonaten in hölzernen Fässern unterirdisch in kühlen Kellern und Höhlen gelagert. Das war notwendig, da die Produktion eines wohlschmeckenden untergärigen Bieres in Münchens Kontinentalklima im Sommer fast unmöglich war. Im Jahre 1871 stellte die Spaten Brauerei ihr Märzenbier zum ersten Mal auf dem Oktoberfest vor und so verdiente sich das Bier seinen langen Doppelnamen.

 

Mit einem Maßkrug voller Märzenbier ist gut lachen!
Mit einem Maßkrug voller Märzenbier ist gut lachen!

 

Ein Oktoberfest-Märzen ist aufgrund der Schüttung mit überwiegend Wiener und Münchner Malzen vom Geschmack her sehr malzbetont. Pilsner und helle Karamellmalze finden oft auch ihren Weg in ein Märzen-Oktoberfestbier (der Name des Biers ist offenbar genauso flexibel wie die Schüttung). Etwas Melanoidin Malz kann dabei den Geschmack abrunden. Viele Brauereien benutzen auch heute noch die althergebrachte, aufwändige Dekoktionsmethode, da sie den Ruf hat, Bieren den extra Malzcharakter zu geben. Die Hopfensorten sind recht mild und treten neben dem – statt gegen das – Malzaroma in Erscheinung. Dabei steht die Hopfenbittere im Hintergrund, während das Hopfenaroma besonders im lange nachhallenden Nachtrunk zum Geschmackserlebnis beiträgt.

 

Das sagt das Rezept

Stammwürze: 14 Prozent
Restextrakt: 3,5 Prozent
Bittereinheiten: 23 BE
Farbe: 24 EBC
Alkohol: 5,6 Volumenprozent

 

Zutaten (gerundet) bei einer Sudhausausbeute von rund 65 Prozent für 20 Liter:

Malz Prozent kg
Wiener 70 3,19
Münchner II 20 0,91
Carahell® 5 0,22
Melanoidin 5 0,22
Gesamtschüttung 100 4,54

 

Hopfen Prozent Alpha g
Bitter: Taurus 15,5 9
Flavor: Tradition 5,5 4
Aroma: Smaragd 5,0 2

 

Hefe Bayerische untergärige Hefe

 

Stufeninfusion (oder traditionelle Dekoktion). Einmaischen bei 32 °C. 30 min Rast. Temperatur auf 64 °C hochfahren. 20 min Rast. Temperatur auf 72 °C hochfahren. 20 min Rast. Temperatur auf 78 °C hochfahren. Im Kreislauf pumpen, bis die Würze blank läuft. Abläutern. 90 min kochen. Bitterhopfen nach 30 min. Flavor-Hopfen nach 75 min. Aromahopfen nach 85 min. 3 Wochen Hauptgärung bei etwa 10 °C. Schlauchen. 10 Tage Nachgärung. Temperatur auf -1 °C herunterfahren. Etwa 4 Wochen reifen lassen. Schlauchen, Abfüllen.

 

Das sagst du!

Du findest auch, dass es gerade in Zeiten der Craft Bier-Schwemme nichts Schöneres gibt als ein goldgelbes, malzbetontes und süffiges Märzen? Aber unser Rezept passt dir so gar nicht in den Kram? Lieber mal ein hopfengestopftes Märzen versuchen? Oder gleich eine Ale-Hefe für die Vergärung benutzen? Sag uns deine Meinung oder noch besser: Schick uns deine Version deines persönlichen Märzen-Oktoberfestbiers und am liebsten noch ein Foto dazu an info[at]gradplato.com. Wir sind gespannt!

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