How-To


		
						
	
		

					
			
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Irish Red Ale – eine Biersorte, die wohl auf dem europäischen Kontinent fast gänzlich aus dem Sortiment verschwunden ist. Wahrscheinlich gibt es auch in Nordamerika mehr „Irish Reds“ als in der ursprünglichen Heimat. Das Grundrezept für diesen klassischen obergärig, aromatisch, brenzlig, trockenen Bierstil stammt aus Horst Dornbuschs „Biersorten der BRAUWELT“.

Es besteht eine gewisse Debatte über die exakten Charakteristiken dieser Biersorte. Der Alkoholgehalt kann ganz legitim zwischen ca. 4,2 Prozent und 5,2 Prozent variieren. Einige kommerzielle Versionen werden sogar trotz der Sortenbezeichnung dieses Bieres als Ale mit untergäriger Hefe vergoren. Ähnlich wie das Brown Ale der Engländer ist auch das Red Ale der Iren eine Weiterentwicklung der spätmittelalterlichen angelsächsischen Ale-Tradition. Daher wird es auch praktisch genauso wie ein englisches Pale Ale gebraut. Als irisches Bier hat es jedoch vielfach weniger Hopfen, denn Hopfen wurde oft in der Geschichte Irlands heftig besteuert und war daher eine wertvolle Zutat, mit der man am besten sparsam umging. In der hier angebotenen Rezeptur ist die Bittere gegenüber dem englischen Pale Ale um etwa ein Viertel zurückgenommen. Wie die meisten irischen Biere ist auch das Red im Abgang recht trocken, weshalb am besten bei etwa 65 °C eingemaischt wird. Die Abläutertemperatur von etwa 76 °C wird im typisch englischen Verfahren während – nicht vor – dem Überschwänzen erreicht. Der Hopfen des klassischen Irish Red ist immer eine klassische britische Sorte wie Fuggle oder Golding.

 

Das sagt das Rezept

Stammwürze: 12 Prozent

Restextrakt: 2,75 Prozent

Bittereinheiten: 30 BE

Farbe: 29 EBC

Alkohol: 4,9 Vol.-%

Zutaten (gerundet) bei einer Sudhausausbeute von rund 65 Prozent für 20 Liter

 

Malz

Prozent

kg

Pale Ale

90

3,48

Crystal (Crisp)

10

0,39

Gesamtschüttung

100

3,87

 

Hopfen

Prozent Alphasäure

g

Bitter: Fuggle

4,25

41

Flavor: Fuggle

4,25

10

Aroma: Fuggle

4,25

10

 

Hefe

Londoner Ale-Hefe

 

Wir verwenden ein Infusionsmaischverfahren: Bei etwa 64 °C bis 66 °C wird eingemaischt. Maische unter 5 cm Brauwasser 45 min bis zu 60 min ruhen lassen. Im Kreislauf pumpen bis die Würze blank läuft. Abläutern und gleichzeitig langsam mit 80-85 °C Brauwasser überschwänzen, wobei die Einlassgeschwindigkeit und Temperatur so reguliert wird, dass die Maische immer unter Wasser bleibt und die Maischetemperatur langsam während des Abläuterns auf 76 °C ± 1 °C ansteigt. Kochen 90 min. Bitterhopfen nach 5 min. Flavor-Hopfen nach 75 min. Aromahopfen nach 85 min. Whirlpooling 30 min. Hauptgärung etwa 7 Tage bei 16-21 °C (abhängig von Hefe). Schlauchen. Nachgärung etwa 14 Tage. Schlauchen und eine Woche gespundet reifen lassen. CO2 etwa 4 g/l. Optional filtrieren. Abfüllen.

 

In England wird ein Red Ale oft auch als Ruby Ale bezeichnet — wie hier in der Werbung für Hobgoblin Ruby Ale auf einem Papier-Platzdeckchen der Amerikanischen Pub-Kette „British Beer Company“
In England wird ein Red Ale oft auch als Ruby Ale bezeichnet — wie hier in der Werbung für Hobgoblin Ruby Ale auf einem Papier-Platzdeckchen der Amerikanischen Pub-Kette „British Beer Company“

Variationen

Eine zwar nicht klassische, aber trotzdem interessante Malzvariante ist der Ersatz von etwa 10 bis 15 Prozent des Pale Ale Malzes mit Wiener Malz, um den rötlichen Schimmer dieses roten Ales zu akzentuieren. Eine ebenfalls interessante und sehr komplexe Hopfenvariante für dieses Bier ist die Sorte Bramling Cross statt Fuggle. Dieser Hopfen leistete früher oft eine Doppelfunktion als Bitter- und Aromahopfen. Er wurde 1927 in England aus den Sorten Bramling und Manitoban (eine kanadische wilde Sorte) gezüchtet und hat fruchtige Noten, wie auch einen Anflug von Vanille, schwarzer Johannisbeere und Zitrone. Er ist reich an den delikaten Ölen Caryophyllen und Humulen, die ihm ein erdiges, kräuterartiges Profil verleihen. Die Bittere des Bramling Cross hält sich im Bereich von etwa 5 bis 8 Prozent Alphasäure.

 

Das sagst du!

Du hast ein Red Ale gebraut und bist stolz auf das Ergebnis? Am Ende hast du dazu sogar unseren Rezeptvorschlag benutzt oder diesen abgewandelt? Lass uns daran teilhaben! Schick uns ein Bild und eine kurze Rezeptbeschreibung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Betreff „Bierrezept“. Deine Idee könnte dann gleich neben unserem Rezeptvorschlag stehen. Wir sind gespannt!

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