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Einst eines der meistgetrunkenen Gebräue der Welt und echter Exportschlager, heute vergessen, ausgestorben: der Broyhan. Obwohl oder gerade weil dieses Bier mal so beliebt war, fällt es schwer, den Broyhan originalgetreu nachzubrauen. Der damals große Erfolg führte zwar zu zahlreichen Nachahmern der Originalrezeptur. Da der Stil aber in Vergessenheit geriet, lässt sich heute nur noch schwer sagen, was denn ursprünglich drin war.

Wie Horst Dornbusch aber schon festhält: „Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung“ (frei nach Oscar Wilde). Daher wagen wir uns hier also nun an eine Rezeptidee für einen Broyhan der heutigen Zeit. Zwei Besonderheiten versuchen wir dabei zu beachten: Die Temperatur beim Maischen wird nicht einfach durch Feuer unterm Kessel gesteigert. Für den Broyhan bietet es sich an, ganz nach historischem Vorbild, heißes Wasser zur Maische zu geben und dadurch die Temperatur auf die gewünschten Stufen zu bringen. Mischungsrechnen ist angesagt! Und da die Malze früher oft noch luftgetrocknet wurden, sollte auf eine möglichst helle Farbe der Malze geachtet werden.

 

Das sagt das Rezept:

Stammwürze: 12,0 Prozent

Restextrakt: 3,5 Prozent

Bittereinheiten: 16 BE

Farbe: 5,2 EBC

Alkohol: 4,5 Vol.-%

 

Zutaten (gerundet) bei einer nominalen Extraktausbeute von 80 Prozent und 20 Liter Ausschlagwürze

Malz Prozent kg
Pilsner Malz 52 1,63
Helles Weizenmalz 25 0,79
Spitzmalz 15 0,47
Sauermalz 4 0,13
Dunkles Malz (12-20 EBC) 4 0,13
Gesamt 100 3,14

 

Hopfen Prozent Alphasäure g
Hallertauer Mittelfrüh 4,25 25

 

Hefe Obergärig, Altbier oder Kölschhefe, keine bayerische Weißbierhefe!

 

Das sagt der Sommelier

Tja, gute Frage, was sagt er denn, der Biersommelier? Hier fehlt uns eine Einschätzung, der Broyhan ist nun mal ein ausgestorbener Bierstil. Einzig auf einige Hinweise aus der Literatur kann man sich beziehen. Etwa hat ein gewisser Sigismund Friedrich Hermbstädt in „Chemische Grundsätze der Kunst Bier zu brauen; […]“ festgehalten: Der obergärige Broyhan hatte eine sehr helle, an weißen Wein erinnernde Farbe. Ebenfalls der Geruch fiel wohl weinartig aus. Im Geschmack setzt sich der süß-säuerliche Geschmack fort. Säuerlich wohl, da die hygienischen Umstände früher nun nicht besonders waren und der Broyhan nur schwach gehopft wurde. Die verwendeten Malze, meistens unterlöst, mündeten in niedrigeren Stammwürzen und damit weniger Alkohol – ein Fest für Lactobacillen, die sich im Bier breit machen können und für eine leichte Säure sorgen.

Sehr viel mehr lässt sich aber leider gar nicht sagen. Wer in die Historie des Broyhan tiefer einsteigen möchte, dem empfehlen wir den Artikel von Günther Thömmes hier bei uns oder noch ausführlicher in der BRAUWELT.

 

Das sagst du!

Du hast dich an einen Broyhan gewagt und bist stolz auf das Ergebnis? Am Ende hast du dazu sogar unseren Rezeptvorschlag benutzt oder diesen abgewandelt? Lass uns daran teilhaben! Schick uns ein Bild und eine kurze Rezeptbeschreibung (am besten in tabellarischer Form wie oben schon angegeben) an info[at]gradplato.com, Betreff „Bierrezept“. Deine Idee könnte dann gleich neben unserem Rezeptvorschlag stehen! Und da es an Beschreibungen des Geschmacks des Broyhan mangelt: Sag uns, wie deine Interpretation geschmeckt hat! Wir sind gespannt!

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