How-To


		
						
	
		

					
			

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Urig, erdig, rustikal, obergärig – so soll es sein, das Biere de Garde. Traditionell auf den Bauernhöfen Nordfrankreichs heimgebraut, steht beim Biere de Garde eher die Malz- denn die Hopfennote im Vordergrund. Strisselspalter, Spalter oder auch Saphir eignen sich dennoch hervorragend, die erdigen Töne dieses Bierstils zu unterstützen. Bei der Malzschüttung gibt es wiederum weniger zu beachten.

Eigentlich sind alle Farbnuancen für ein Biere de Garde denkbar, ausgenommen vielleicht pechschwarz. Unbedingt zu beachten ist aber: Ein Biere de Garde ist stark. Sehr stark sogar, wenn man der Tradition folgend eine lange Haltbarkeit (garde) durch hohen Alkoholgehalt zu erreichen gedenkt. Eine Stammwürze ab 16,5 Prozent aufwärts sollte es schon sein. Es gibt zwar auch leichtere Varianten, aber hey…

 

Das sagt das Rezept:

Stammwürze: 16,5 Prozent oder mehr, auch mit Zuckerzusatz

Restextrakt: 3,5 Prozent

Bittereinheiten: 25 BE

Farbe: 40 EBC (natürlich abhängig von der Schüttung und ggf. Zucker)

Alkohol: 6,9 Vol.-% bis ...

 

Zutaten (gerundet) bei einer nominalen Extraktausbeute von 80 Prozent und 20 Liter Ausschlagwürze

Malz Prozent kg
Pilsner Malz 81 3,56
Münchner Malz II 8 0,35
CaraMünch II 4 0,18
Caraaroma 4 0,18
Wiener Malz 3 0,13
Gesamt 100 4,40
Optional belgischer brauner Kandiszucker 0,10

 

Hopfen Prozent Alphasäure g
Northern Brewer (Bittere) 8 10
Spalter (Aroma) 4 43
Saphir (Aroma) 3,25 22

 

Hefe Belgische Saison- oder Abtei-Spezialhefe

 

   

Das sagt der Sommelier

„Das reife Goldgelb strahlt mit elegantem Glanz und durchdrungener Farbtiefe aus dem Glas. Obenauf türmt sich ein cremig-weicher, fester Schaumhügel, der mit selbstverständlicher Sicherheit seine Stabilität zeigt. Duftnoten von sonnengereiftem Getreide sind vermengt mit jugendlichen Fruchtnoten von gelben Kriacherl (Kriechen-Pflaume). Mit zunehmender Verweildauer im Glas formt sich der Duft zu einer grazilen Blume mit weinartigem Charakter. Die seidige Textur des Bieres wird von der fein-moussierenden Kohlensäure in die Länge gezogen und versteckt die Alkoholpräsenz im Antrunk. Eine charmante Süße ist mit einer noblen, unaufdringlichen Bitternote umgeben. Immer stärker wirkt der kraftvolle Malzkörper, der neben seinem Muskelspiel auch Ausdauer und Tiefgang spüren lässt. Kräftige Eintopfgerichte oder ein gebackenes Kalbsbackerl (Wange) können in Kombination mit dieser Bierdelikatesse zur hohen Genussebene führen. Auch Weichkäse, wie z.B. ein Reblochon aus der Haut-Savoie, zeigt mit diesem Bier eine Geschmacksergänzung, die geradewegs in den Bierhimmel führt.“

Karl Schiffner

Das Bier besitzt eine goldgelbe Farbe bis hin zu hellem Bernstein und rötlichen Brauntönen. Eine leichte Trübung ist erlaubt. Die Hopfenbittere variiert von mittlerer Bittere bis kräftig aromatisch. Das Malzaroma kann leicht bis intensiv sein und zeigt eine zarte Süße bzw. alkoholische Note. Fruchtige, aber auch erdige Esternoten, eventuell Brettanomyces, sind möglich. Diacetyl ist nicht wahrnehmbar.

 

Das sagst du!

Du hast auch ein Biere de Garde gebraut und bist stolz auf das Ergebnis? Am Ende hast du dazu sogar unseren Rezeptvorschlag benutzt? Lass uns daran teilhaben! Schick uns ein Bild und eine kurze Rezeptbeschreibung (am besten in tabellarischer Form wie oben schon angegeben) an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Betreff „Bierrezept“. Deine Kreation könnte dann gleich neben unserem Rezeptvorschlag stehen!

 

Dieser Beitrag basiert auf Inhalten aus Horst Dornbuschs „Die Biersorten der BRAUWELT“ und Karl Schiffners Serie „Genuss-Porträt Bier“ in der BRAUWELT.

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