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Alles begann in einem ganz normalen Meeting. „Machen wir in diesem Jahr wieder was für Hobbybrauer?“ Ja, haben sie gemacht. Das Team um Jens Reineke, Innovationsmanager der Störtebeker Braumanufaktur, organisierte in diesem Jahr die 1. Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer. Die stolze Bilanz nach dem Wochenende am 29. und 30. Juli 2017: Rund 80 Hobbybrauer aus 13. Bundesländern nahmen am Wettbewerb teil.

Die 35-köpfige Expertenjury aus allen Bereichen der Bierbranche bewertet die hellen Bockbiere der Hobbybrauer aus ganz Deutschland (Foto: Kevin Müller)
Die 35-köpfige Expertenjury aus allen Bereichen der Bierbranche bewertet die hellen Bockbiere der Hobbybrauer aus ganz Deutschland (Foto: Kevin Müller)

Bereits 2015 gab es ein kleineres Festival der Hobbybrauer aus der Region, damals mit einem Wettbewerb unter rund 15 Bieren. Jens Reineke erinnert sich noch gut an dieses entscheidende Meeting zur 1. Deutschen Meisterschaft: „Wir informierten uns natürlich, ob es schon einen bundesweiten Wettbewerb in der Form gibt, und wurden nicht fündig. […] Uns wurde also klar, wir können die 1. Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer ausrichten.“

Und dann ging es los: Am 29. Juli 2017 um 9.30 Uhr trafen die 35 Juroren in Stralsund ein, um die eingereichten Biere zu verkosten, zu bewerten und auszuloben. Zur 1. Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer konnte in diesem Jahr ein heller Bock eingereicht werden, gerne auch kreativ ausgelegt.

Biersommeliers, Brauer, Bierbotschafter, Mitarbeiter der Brauerei, Vertreter von Instituten und Gastronomen fanden sich zur Beurteilung der Biere in Gruppen zu je sieben Juroren zusammen. Optik, Aromatik, Geschmack, Mundgefühl, Nachhaltigkeit und Gesamteindruck flossen in die Bewertung der Bierproben ein.

„Alle Biere waren durch die Bank weg interessant, aber nicht alle entsprachen dem vorgegebenen Bierstil ‚heller Bock‘“, fasst Hans Wächtler, Bierbegeisterung, die Vorrunde zusammen. „Wir müssen in Zukunft mehr Bierstilkunde betreiben. Und dann sollten wir Wert darauflegen, dass die Bierstile eingehalten werden.“

13 Biere schafften es in die finale Verkostung. Verkostet wurde wieder im direkten Vergleich. „Die Entscheidung unter den ersten drei Plätzen war sehr schwer. Die Biere hatten alle eine hohe Qualität. Wir hatten einen sehr klassischen hellen Bock dabei und einen, der zusätzlich hopfengestopft war. Am Ende zählte hier dann der zusätzliche kreative Einsatz des Hobbybrauers.“ fasst Dennis Spahn, Head Biersommelier der Störtebeker Elbphilharmonie, seine Eindrücke zusammen.

Das Siegerbier der 1. Deutschen Hobbybrauermeisterschaft stammt aus den Kesseln von Nico Leffler aus Erzhausen in Hessen. Der 23-Jährige braut seit drei Jahren zu Hause neben seiner Ausbildung zum Brauer bei der Schmuckerbrauerei in Odenwald. Sein Siegerbock hat sieben Prozent Alkohol und 16,5 Grad Plato und wurde mit den Hopfensorten Hull Melon und Eldorado kaltgehopft. „Ich habe Wert darauf gelegt, dass man den Bock gut trinken kann“, erklärt Nico. Er darf sich nun auf seinen besonderen Gewinn freuen: Gemeinsam mit den Brauern der Störtebeker Braumanufaktur wird Nico Leffler sein Bier im größeren Umfang einbrauen. Nico Leffler ist für uns übrigens kein Unbekannter, er hat während seiner Ausbildung auch am Erasmus+ Projekt Y.E.A.S.T. teilgenommen und in einem Beitrag der BRAUWELT seine Erlebnisse geschildert.

Platz 1 bis 3 der 1. Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer
Die glücklichen Sieger der 1. Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer: Nico Leffler, 1. Platz (Mi.), Udo Sierks, 2. Platz (re.) und Wiebke Melcher, 3. Platz (Foto: Kevin Müller)

Platz 2 bei der 1. Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer belegte Udo Sierks aus Wester-Ohrstedt in Schleswig-Holstein. „Als Neuling bin ich hier eher angetreten, um mich mit anderen Hobbybrauern auszutauschen und einen schönen Tag zu verbringen. Der zweite Platz übertrifft meine Erwartungen komplett und macht mich sehr glücklich“, freut sich Udo Sierks. Auf dem dritten Platz landete Wiebke Melcher aus Hamburg. Sie hat sogar noch einen zweiten Sieg zu verzeichnen. Zwar braut sie gemeinsam mit ihrem Mann in der Küche, für den Wettbewerb haben aber beide einen Bock eingebraut und eingereicht.                                   

 

Voting: Bestes Kreativbier

Neben dem klassischen hellen Bock für die Meisterschaft konnten die Hobbybrauer weitere Kreationen auf dem Fest präsentieren. Die Besucher wählten mittels Stimmzettel ihr liebstes Kreativbier. Angefangen bei schon fast klassischen Fruchtbieren, gab es dort fast alles. Mit dabei auch Neuinterpretationen der Gose mit Triple Sec, IPAs mit Thaigewürzen, Biere, die statt mit Hopfen mit Kräutern gebraut werden, und und und ...

Die Brauer waren dabei so bunt gemischt wie ihre Biere selbst. Vom Brauereistudenten aus Freising über den Bundespolizisten aus Hessen bis hin zur Psychologin aus Hamburg war alles vertreten – jung, alt, Männer, Frauen, Ehepaare, Freundesgruppen und Familien. Den Publikumspreis, also die meisten Votingzettel im Glas, gewann am Ende Tobias Kandler aus Freiberg in Sachsen mit seinem Tobias Special Ale, einem Irish Brown Ale.

Gewinner der Publikumswahl
Den Publikumspreis erhalten die besten Kreativbiere (v.li.): Wilko Pehle, 3. Platz; Tobias Kandler, 1. Platz; Jens Reineke, Störtebeker Braumanufaktur; Tandembräu, 2. Platz; Michael Lemke, BRLO (Foto: Kevin Müller)

„Das breite Grinsen auf den Gesichtern der Leute entlohnt für die ganze Arbeit“, so lautet das Fazit von Jens Reineke. Er weiß jetzt schon: „Es wird spätestens 2019 die 2. Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer geben, und die wird garantiert noch größer werden.“

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