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Wart ihr dort, in München zur drinktec? Nein? Dann habt ihr was verpasst. Wahrscheinlich habt ihr aber auch etwas verpasst, selbst wenn ihr dort wart. Wir versuchen uns an einem Überblick über fünf Tage Messewahnsinn. Jetzt, da sich der Staub, den die 76000 Besucher der drinktec 2017 aufgewirbelt hatten, gelegt hat, ziehen wir hier doch mal noch ein kurzes Fazit. Hat sich der Besuch auch für Hobby-, Micro- und Craft Brauer gelohnt?

Global Player und führende Industrie sollten bei der drinktec genauso zuhause sein wie regional agierende Mikrobrauer und noch regionalere Hobbybrauer. Dazu hat die Messe München zum einen Platz in einer der Messehallen freigeräumt, rund 500 Quadratmeter insgesamt. In Halle C1 konnten sich in diesem Home & Craft genannten Bereich Aussteller auf kleinem Raum, aber dafür zu vergünstigten Konditionen präsentieren. Im Vorfeld klang aber vor allem das Rahmenprogramm für die Kleinen und Kreativen vielversprechend. Allem voran ist da das International MicroBrew Symposium der VLB Berlin zu nennen. Außerdem gab es noch den place2beer, wo sich unter anderem Brauereien mit ihren Bieren dem Messepublikum vorstellen konnten. Und es gab zahlreiche Vorträge in den Konferenzräumen über der Halle C3. Die lagen zwar weitab vom Schuss, der Weg dahin hat sich aber gelohnt.

Nachmittags war mehr los am place2beer
Nachmittags war mehr los am place2beer

 

Vortragsprogramm

Wer sich im Messetrubel Zeit für einen der Vorträge nehmen konnte, fand im Konferenzraum C31 Platz, hochkarätige Sprecher und Themen. Vom Aufbau der eigenen Craft Bier-Brauerei über Bierfehler bis hin zu zollrechtlichen Fragen reichte das Themenfeld. Mit dabei waren Vasja Golar vom Brauhaus Bevog, Bier und Wassersommelier Marcus Ernst, Hans Wächtler, Geschäftsführer der Hans Wächtler Projektmanagement GmbH, Dr. Christina Schönberger, Joh. Barth & Sohn GmbH, Martin Neubert, Habla Chemie GmbH, Markus Reiß, Bundesfinanzverwaltung, und Georg Moser von der Sudkraft GmbH. Außerdem präsentierte Jens Reineke, Störtebeker Braumanufaktur, die 1. Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer.

Wer sich dann nach einem der Vorträge eine kleine Erfrischung gönnen mochte, der konnte sich auf den Weg zur Halle B1 machen. Fast durchgehend boten dort im place2beer täglich schon ab 9:30 Uhr jeweils zwei Brauereien gleichzeitig Biere zur Verkostung an. Die Brauereien mit den ersten Tages-Slots mussten teilweise lange auf die ersten durstigen Kunden warten. Gegen Nachmittag fand sich immerhin eine kleine Traube Messebesucher am place2beer ein. Wer nicht gerade dort vorbeikam, musste trotzdem nicht verdursten, denn Bier gab es z.B. auch im Bereich der Sonderausstellungsfläche Home & Craft.

Bei vielen Ausstellern wurden Bier—Tastings angeboten
Bei vielen Ausstellern wurden Bier—Tastings angeboten

 

Hobby und Handwerk

Und nicht nur das: Im Bereich der Sonderausstellungsfläche Home & Craft fanden Messebesucher, die sich zum Thema Hobby- und Kleinbrauanlagen informieren wollten, die meisten relevanten Aussteller an einem Platz konzentriert vor. Die meisten, weil sich doch der ein oder andere auch gleich noch einen größeren Stand in einer weiteren Messehalle gegönnt hatte. So zum Beispiel die Hefeprofis von Fermentis, das Team der neuseeländischen Firma Imake Ltd mit dem Brausystem Grainfather und Noderer Holzfasshandel.

In die Kategorie „klein“ aber fein fällt hier vor allem die Brumas BrauEule von Volker Rothbauer. Die BrauEule konnte ja bisher schon vieles, neu hinzu kommt jetzt noch die Temperatursteuerung während der Gärung. Dazu wird der Kühlschrank, in dem die Gärung stattfinden soll, einfach an die nun in der BrauEule integrierte Steckdose angesteckt. Den Rest übernimmt die Steuerung gemäß der Programmierung. Passend dazu bietet Rothbauer Gärwannen aus Edelstahl à 50 l an, die durch einen Holzrahmen in einem normalen Kühlschrank eingehängt werden können.

Auch vermeintliche Hobbybrauanlagen werden immer professioneller und präsenter
Auch vermeintliche Hobbybrauanlagen werden immer professioneller und präsenter

In der 25-l-Klasse beginnt auch das Angebot von Brautechnik Wengert. Richard Wengert aus dem baden-württembergischen Grünkraut-Gullen versorgt aber ebenfalls Brauer, die schon weit größere Ausschlagmengen anstreben. Bis hin zur ausgewachsenen Gasthaus-, Mikro-, bzw. Versuchs-, Lehr- und Schaubrauerei reicht das Angebot. Ganz ähnlich bei Speidel, deren Einstiegs- „Braumeister“ seit Anfang des Jahres auch in der 10-l-Klasse erhältlich ist. Weiter geht’s dann in der 20-, 50-, 200- und 500-Liter-Kategorie. Wahlweise gibt’s dazu dann noch das nötige Kellerequipment und eine Mobile Option für die Brausteuerung.

Die Anlagen der österreichischen Firma Dreher Brauanalagen beginnen ab einem Ausschlagvolumen von 180 Litern. Nach unten rundet seit kurzem der Dreher Brauturm das Angebot ab. Mit dem Brauturm können rund 50 Liter Würze pro Sud produziert werden, von Gefäß zu Gefäß werden dabei Maische und Würze schlicht per Schwerkraft transportiert. Dabei muss aber nicht auf Temperatursteuerung, Rührwerk und speicherbare Rezepte verzichtet werden. Schon lange dabei, aber immer noch ein wenig Exot ist die Sudkraft GmbH, St. Peter am Ottersbach/at. Die bierbrauende Mörtelmaschine durfte aber natürlich auch auf der drinktec nicht fehlen.

Detailfragen im Bereich Home&Craft
Detailfragen im Bereich Home & Craft

 

Die Großen

Eigentlich schon einen Platz in den Hallen neben Kaspar Schulz oder BrauKon hätte Flecks Brauhaus Technik Austria haben sollen. Die Anlagen von Flecks gibt es ab 300 Liter bis 5000 Liter Sudgröße, auf Wunsch inkl. vollautomatischer Steuerung auf Basis der Siemens Simatic. In einer ähnlichen Liga spielen auch die Anlagen der Mitterhofer Automatisierungstechnik GmbH. Groß und bekannt, ist auch die Hopfen und mehr GmbH. Geschäftsführer Christian Herkommer ergänzte mit seinem Stand den Reigen der Zulieferer im Bereich Home & Craft, neben den Ständen von Habla Chemie, HW-Brauereiservice GmbH & Co. KG und der Redl GmbH.

Klein- und Gasthausbrauanlagen im Bereich Home&Craft
Klein- und Gasthausbrauanlagen im Bereich Home & Craft

 

Was ist nun mit Fazit?

Dass der Bierdurst des Messepublikums morgens um halb zehn noch nicht sehr groß war, war so in München nicht unbedingt zu erwarten. Pech für die um diese Uhrzeit im etwas trostlosen place2beer platzierten Brauereien. Für den Messebesucher wurde aber ein an sich rundes Packet geboten. Nur solltet ihr bei der drinktec genau planen, was ihr sehen wollt. Sonst verpasst ihr die Highlights. Und die gab es zahlreich, auch im Bereich Heim und Hobby bis Klein und Craft. Zwar nicht so gemütlich und fast familiär wie anderswo, aber immerhin. Wir sind gespannt auf die nächste drinktec, dann im Jahr 2021.

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